Arbeit · Krankheit

Krank im Job: Krankmeldung und Geld

Du bist krank und kannst nicht arbeiten? Hier steht, wen du wann informieren musst, wer dir in dieser Zeit Geld zahlt und was gilt, wenn du gekündigt oder arbeitslos bist.

Kurz gesagt

  • sofort dem Arbeitgeber sagen, dass du krank bist, am besten vor Arbeitsbeginn
  • ab Tag 4 brauchst du eine Krankschreibung vom Arzt, wenn der Arbeitgeber sie nicht früher verlangt
  • 6 Wochen zahlt der Arbeitgeber deinen vollen Lohn weiter
  • ab Woche 7 zahlt die Krankenkasse Krankengeld, etwa 70 % vom Brutto
Schritt für Schritt

Was du tun musst, wenn du krank bist

01
SCHRITT 1 · AM ERSTEN TAG

Dem Arbeitgeber sofort Bescheid geben

Sag deinem Arbeitgeber so früh wie möglich, dass du krank bist und wie lange es voraussichtlich dauert. Das ist Pflicht, auch wenn du noch nicht beim Arzt warst.

Wie?

Per Telefon, SMS, E-Mail oder App, so wie es in deiner Firma üblich ist. Am besten so, dass du es später nachweisen kannst.

Was du sagen musst

Dass du arbeitsunfähig bist und wie lange ungefähr. Welche Krankheit du hast, musst du nicht sagen.

Krank im Urlaub?

Dann sofort melden und zum Arzt gehen. Die Tage mit Krankschreibung zählen nicht als Urlaub, du bekommst sie zurück.

02
SCHRITT 2 · BEIM ARZT

Krankschreibung (AU) holen

Bist du länger als 3 Kalendertage krank, brauchst du spätestens am 4. Tag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) vom Arzt. Der Arbeitgeber darf sie auch schon ab dem ersten Tag verlangen. Schau in deinen Arbeitsvertrag.

Elektronisch (eAU)

Bist du gesetzlich versichert, schickt die Praxis die Krankschreibung direkt an deine Krankenkasse. Dein Arbeitgeber ruft sie dort ab. Du musst ihm kein Papier mehr bringen, aber du musst ihm trotzdem sagen, dass du krank bist.

Privat versichert?

Dann bekommst du die Bescheinigung auf Papier und gibst sie selbst beim Arbeitgeber ab.

Per Telefon oder Video

Bei leichten Krankheiten kann dich eine Praxis, die dich kennt, telefonisch bis zu 5 Tage krankschreiben. Die Regierung hat angekündigt, das abzuschaffen. Bis ein Gesetz kommt, gilt es weiter.

Länger krank?

Lass dich spätestens am nächsten Werktag nach dem Ende der Krankschreibung weiter krankschreiben. Eine Lücke kann dich das Krankengeld kosten.

03
SCHRITT 3 · WOCHE 1 BIS 6

Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber

In den ersten 6 Wochen zahlt dein Arbeitgeber deinen Lohn ganz normal weiter, zu 100 %. Das gilt auch für Teilzeit und Minijobs.

Neu in der Firma?

Den Anspruch hast du erst, wenn du mindestens 4 Wochen dort arbeitest. Davor zahlt die Krankenkasse Krankengeld.

Wieder krank?

Bei einer neuen Krankheit beginnen die 6 Wochen neu. Bei derselben Krankheit werden die Tage zusammengezählt, mit Ausnahmen, zum Beispiel wenn 6 Monate dazwischen liegen.

Arbeitgeber zahlt nicht?

Fordere den Lohn schriftlich und mit Frist ein. Schau in deinem Vertrag nach Ausschlussfristen, oft 3 Monate. Hilfe bekommst du bei der Gewerkschaft oder bei Faire Mobilität.

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SCHRITT 4 · AB WOCHE 7

Krankengeld von der Krankenkasse

Bist du länger als 6 Wochen krank, zahlt deine Krankenkasse Krankengeld. Die Kasse meldet sich meist selbst bei dir. Wenn nicht, ruf sie an.

Wie viel?

70 % vom Brutto, aber höchstens 90 % vom Netto. 2026 höchstens 135,63 € pro Tag. Davon gehen noch Beiträge für Rente, Pflege und Arbeitslosenversicherung ab.

Wie lange?

Für dieselbe Krankheit höchstens 78 Wochen in 3 Jahren. Die 6 Wochen Lohnfortzahlung zählen mit.

Was die Kasse braucht

Eine lückenlose Krankschreibung und manchmal einen Fragebogen und eine Entgeltbescheinigung vom Arbeitgeber. Den schickt der Arbeitgeber direkt.

05
SCHRITT 5 · SONDERFÄLLE

Gekündigt oder arbeitslos und krank

Hier machen viele Fehler, die Geld kosten.

Krank in der Kündigungsfrist

Der Arbeitgeber zahlt bis zum letzten Tag des Vertrags. Bist du danach noch krank, zahlt die Krankenkasse Krankengeld. Wurdest du wegen der Krankheit gekündigt, zahlt der Arbeitgeber die 6 Wochen trotzdem voll.

Trotzdem bei der Agentur melden

Auch wenn du krank bist: Nach einer Kündigung musst du dich innerhalb von 3 Tagen bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend melden.

Krank während der Arbeitslosigkeit

Sag es der Agentur für Arbeit sofort. Sie zahlt das Arbeitslosengeld bis zu 6 Wochen weiter, danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld. Die eAU holt sich die Agentur selbst, melden musst du dich trotzdem.

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Gut zu wissen

Häufige Fragen

Mein Kind ist krank. Was gilt?

Ist dein Kind unter 12 und gesetzlich versichert, kannst du zu Hause bleiben und bekommst Kinderkrankengeld von der Krankenkasse, meist 90 % vom Netto. 2026 hat jeder Elternteil 15 Arbeitstage pro Kind (Alleinerziehende 30), höchstens 35 Tage im Jahr (Alleinerziehende 70). Du brauchst eine Bescheinigung vom Kinderarzt.

Darf mir gekündigt werden, wenn ich krank bin?

Ja, Krankheit schützt nicht vor einer Kündigung. Arbeitest du länger als 6 Monate in einer Firma mit mehr als 10 Mitarbeitern, braucht der Arbeitgeber aber einen Grund. Gegen eine Kündigung kannst du nur innerhalb von 3 Wochen klagen.

Darf ich rausgehen, wenn ich krankgeschrieben bin?

Ja, zum Beispiel einkaufen, zur Apotheke oder spazieren. Du darfst nur nichts tun, was deine Heilung verzögert. Nebenbei woanders arbeiten ist nicht erlaubt.

Ich bin in Rumänien krank geworden. Was jetzt?

Sag sofort deinem Arbeitgeber Bescheid und lass dich von einem Arzt dort krankschreiben. Schick die Bescheinigung so schnell wie möglich an deinen Arbeitgeber und an deine Krankenkasse in Deutschland und sag ihnen deine Adresse dort. Die Kasse kann eine Übersetzung verlangen.

Muss ich dem Arbeitgeber sagen, was ich habe?

Nein. Auf der Bescheinigung für den Arbeitgeber steht keine Diagnose. Du musst nur sagen, dass du arbeitsunfähig bist und wie lange.

Was passiert, wenn ich mich zu spät melde?

Der Arbeitgeber kann die Lohnfortzahlung zurückhalten, bis die Krankschreibung da ist, und dich abmahnen. Bei der Krankenkasse kann eine Lücke in der Krankschreibung das Krankengeld kosten.

Quellen und Hinweis

Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine Rechtsberatung. Dein Arbeitsvertrag oder ein Tarifvertrag kann bessere Regeln enthalten. Verbindlich sind die Gesetze und die Auskünfte deiner Krankenkasse.

Stand: November 2026